Vor ein paar Wochen haben wir im Artikel „Wenn aus Bildern Bewegung wird“ darüber geschrieben, wie sich unser Blick auf die Fotografie verändert hat. Nicht, weil Fotos für uns weniger wichtig geworden wären, sondern einfach weil sich unser Erzählen weiterentwickelt hat. Aus einzelnen Bildern wurde immer mehr Bewegung, aus Momenten wurden Abläufe und aus Fotografie wurde für uns ganz selbstverständlich auch immer mehr Video. Video abseits von Actioncams und DJI Pocket 3. Schaut man heute auf unsere technischen Entscheidungen im Jahr 2025, spiegelt sich genau dieser Weg wider. Es war kein Jahr der großen Umbrüche, kein radikaler Schnitt zwischen Foto und Video. Vielmehr sind wir irgendwo bei 50:50 angekommen. Fotografie bleibt unser Fundament, Video ist die Ergänzung, die vieles erweitert, was wir erzählen wollen.
2025 war für uns deshalb kein Jahr des „Mehr“, sondern eher ein Jahr des bewussten Ergänzens. Wir haben Technik gekauft, ausprobiert, wieder verkauft und am Ende auch wieder gemerkt, dass es nicht darum geht, möglichst viel zu besitzen, sondern das Richtige zur Hand zu haben und es auch zu nutzen. Nicht für Tests, nicht für Datenblätter, sondern für das, was wir erzählen wollen.
Wenn ich ganz unten anfange, dann steht dort das Kase 85mm f/1.4. Es ist keine Linse, die automatisch in den Rucksack wandert. Dafür ist sie zu speziell, zu bewusst, vielleicht auch zu wenig flexibel. Und trotzdem ist sie eine der Linsen, die mir jedes Mal ein Grinsen ins Gesicht zaubert, wenn ich sie benutze. Die Freistellung, das Bokeh, die Art, wie das Licht aufgelöst wird, der Look ist so wunderbar sanft und am besten arbeitet es wenn man es manuell einsetzt. Damit ist es aber auch nichts für schnelle Touren oder Alltagsvideos, sondern für Momente, in denen man ganz bewusst so möchte. Genau deshalb kommt sie zwar selten mit, genau deshalb macht sie aber auch so viel Spaß.
Ein ganz anderes Werkzeug ist der DJI Ronin RS 4 Mini. Er macht genau das, was er soll, und das auf sehr hohem Niveau. Die Stabilisierung ist hervorragend, selbst Tracking-Funktionen für Personen sind möglich, und für geplante Szenen ist das Ergebnis einfach beeindruckend. Gleichzeitig verändert ein Gimbal die Art zu filmen. Man wird auffälliger, langsamer, weniger spontan. Deshalb kommt er bei uns sehr gezielt zum Einsatz. Nicht oft, aber dann bewusst und dann liefert er auch kompromisslos ab.
Die GoPro Max 2 ist für uns aktuell die beste 360°-Kamera, die wir bisher genutzt haben. Die Bildqualität ist deutlich besser als bei unseren bisherigen Modellen, weshalb sie auch die Insta360 X5 ersetzt hat. Trotzdem bleiben 360°-Aufnahmen für uns ein Stilmittel. Wir setzen sie ein, um bestimmte Szenen zu bereichern oder Perspektiven zu zeigen, die anders kaum möglich wären. Aber sie sind kein Dauerzustand, kein Look, der sich durch ein ganzes Video zieht. Gerade weil wir sie sparsam nutzen, entfalten sie ihre Wirkung.
Noch kompakter und unauffälliger ist die DJI Osmo Nano. Sie ist fast immer dabei, einfach weil sie so leicht und klein ist, dass man sie problemlos einstecken kann. Genutzt wird sie dann, wenn andere Kameras zu groß, zu präsent oder schlicht unpraktisch wären. Manchmal setze ich sie auch bewusst ein, aber unterm Strich bleibt auch sie eine Ergänzung. Keine Hauptkamera, kein Alleskönner, sondern ein Werkzeug für Situationen, in denen unauffällig sein wichtiger ist als maximale Bildgestaltung.
Ein Objektiv, das bei mir dagegen sehr häufig im Einsatz ist, ist das Sony 16mm f/1.8 G. Gerade zum Vloggen liebe ich diese Brennweite. 16 mm auf Vollformat entsprechen ungefähr 10,5 mm an APS-C, und früher habe ich an APS-C sehr gern mit dem Samyang 12 mm gearbeitet. Das Gefühl ist ähnlich: viel Raum, viel Nähe, ohne dass es unangenehm verzerrt wirkt. Dazu kommt die hohe Lichtstärke, das geringe Gewicht und der kleine Formfaktor. Für mich ist das eines dieser Objektive, die man aufschraubt und einfach loslegt, ohne groß darüber nachzudenken.
Das Sony 100mm Macro f/2.8 GM kam eigentlich zu spät zu uns, um es 2025 fair bewerten zu können. Der erste Eindruck ist allerdings herausragend. Schärfe, Autofokus, Verarbeitung, alles bewegt sich auf einem extrem hohen Niveau. Aktuell warten wir auf Frost, auf Eiskristalle und ganz besonders auf das nächste Frühjahr. Dann wird es ernst mit diesem Objektiv, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es dann deutlich weiter nach oben rutschen wird.
Die GoPro Hero 13 begleitet uns nun schon fast ein Jahr, und sie begeistert uns nach wie vor. Ja, GoPro hat im Lowlight klar Boden auf die chinesische Konkurrenz verloren. Aber ehrlich gesagt ist das für uns kaum relevant, denn Lowlight ist nicht das Einsatzgebiet dieser Kamera, also bei uns zumindest nicht. Wenn wir die GoPro brauchen, dann ist sie zuverlässig, stabil, liefert ein sehr gutes Bild und lässt sich dank 10-Bit und Log wunderbar mit anderen Kameras kombinieren. Eigentlich wäre sie bei uns auf Platz drei gelandet, allein weil sie fast immer dabei ist. Doch dann ist in den letzten Wochen etwas passiert.
Die DJI Neo 2 hat sich still und leise in unser Setup geschlichen und dort einen festen Platz eingenommen. Sie bietet Möglichkeiten, die wir vorher nur mit deutlich mehr Aufwand umsetzen konnten. Neue Perspektiven, Bewegung, Dynamik und das alles direkt aus der Hosentasche. Natürlich ist sie keine klassische Drohne und natürlich gibt es Einschränkungen. Aber genau diese Einfachheit ist ihre Stärke. Sie bereichert unsere Videos, ohne sie zu dominieren und landet damit für uns auf einem sehr verdienten dritten Platz.
Noch weiter nach oben geschafft hat es das DJI Mic 3. Wir haben es erst im September gekauft, aber seitdem begleitet es uns wirklich auf jede Tour. Es hat unser Rode Wireless Pro vollständig ersetzt, weil es kompakter, unauffälliger und deutlich flexibler ist. An den Sony-Kameras nutzen wir es über den Multifunktions-Blitzschuh, bei allen anderen Kameras und auch am iPhone einfach per Bluetooth. Keine Kabel, kein Gefummel, einfach einschalten und aufnehmen. Für unseren Workflow ist das ein riesiger Schritt nach vorn und deshalb völlig zu Recht auf Platz zwei.
Auf Platz eins landet bei uns ein Produkt, das wir bereits Ende 2024 gekauft haben, das aber ganz klar unser Gadget 2025 ist: die Sony ZV-E1. Ich habe ein wenig gebraucht, um mich an sie zu gewöhnen und ihr volles Potenzial auch auszuschöpfen. Spätestens seit unserer letzten Schiffsreise im Sommer ist sie jedoch meine Videokamera Nummer eins. Nicht, weil sie alles besser kann als jede andere Kamera, sondern weil sie mir beim Filmen unglaublich viel Freude bereitet. Vollformat, hervorragendes Lowlight, 10-Bit, Log, eine starke Stabilisierung und das alles in einem kompakten, leichten Gehäuse. Dazu kommt die Möglichkeit, problemlos auch Fotos mit 12 Megapixel zu machen und hybrid zu arbeiten. Für mich ist sie das perfekte Werkzeug, um Momente so einzufangen, wie ich sie mir vorstelle.
Am Ende ist diese Liste nichts anderes als eine sehr persönliche Wertung. Sie kann und will nicht objektiv sein. Wir haben 2025 einiges gekauft, aber auch bewusst wieder verkauft und genau dadurch haben wir unseren eigenen Weg gefunden, unsere Technik sinnvoll zu erweitern, statt sie einfach nur anzuhäufen. Technik ist für uns kein Selbstzweck. Sie soll uns helfen, Geschichten zu erzählen, nicht lauter, sondern besser.
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