Actioncams haben sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. Höhere Auflösungen, bessere Stabilisierung und immer ausgefeiltere Software gehören mittlerweile fast zum Standard. Trotzdem hatte ich in den letzten Jahren immer häufiger das Gefühl, dass sich die Entwicklung eher in kleinen Schritten bewegte.
Mit der GoPro Mission 1 Pro ist das für mich anders.
Nach mittlerweile rund sechs Wochen im Praxiseinsatz auf Fototouren, Wanderungen und kleinen Ausflügen möchte ich keine klassische Produktvorstellung schreiben. Vielmehr soll dieser Beitrag zeigen, warum ich mich für diese Kamera entschieden habe, wo ihre Stärken liegen, welche Schwächen sie besitzt und für wen sie meiner Meinung nach die richtige Wahl ist.
Bereits beim ersten Blick wird deutlich, dass die Mission 1 Pro keine gewöhnliche Weiterentwicklung der bisherigen Hero-Serie ist.
GoPro hat der Kamera einen 1-Zoll-Sensor mit 50 Megapixeln, den neuen GP3-Prozessor, 8K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde, 4K mit bis zu 240 fps, 10-Bit GP-Log2, Open-Gate-Aufnahmen und deutlich höhere Bitraten spendiert. Damit richtet sich die Mission-Serie nicht mehr ausschließlich an Action-Sportler, sondern ganz bewusst auch an ambitionierte Filmer und Content Creator.
Für mich ist genau dieser Schritt der entscheidende Unterschied. Ich nutze eine Actioncam nicht zum Mountainbiken oder Fallschirmspringen. Sie begleitet mich auf Fototouren, bei Wanderungen und beim Filmen für unseren YouTube-Kanal. Genau dort spielt sie die Stärken aus, die ich so schätze.
Ich filme nahezu ausschließlich in 8K mit 30 Bildern pro Sekunde. Wenn die Situation es erfordert, nutze ich auch 8K60 oder 4K240 für Zeitlupen.
Die Bildqualität hat mich ehrlich überrascht. Natürlich erkennt man Unterschiede zwischen nativem 4K und aus 8K heruntergerechneten 4K-Aufnahmen. Der Abstand ist allerdings deutlich kleiner geworden als noch bei der Hero 13. Das liegt aus meiner Sicht nicht daran, dass 8K schlechter geworden wäre, sondern vielmehr daran, dass GoPro die Qualität der nativen 4K-Aufnahmen spürbar verbessert hat.
Der größere Sensor sorgt für mehr Detailzeichnung, einen höheren Dynamikumfang und insgesamt einen deutlich erwachseneren Bildeindruck. Genau diesen Schritt bescheinigen auch zahlreiche Praxistests der Kamera.
Für mich ist GP-Log2 vermutlich sogar die wichtigste Neuerung.
Ich filme ausschließlich im Log-Profil, reduziere kameraintern sowohl Nachschärfung als auch Rauschreduzierung auf „Niedrig“ und erledige diese Schritte lieber selbst in der Nachbearbeitung.
Das kostet zwar etwas Zeit, gibt mir aber wesentlich mehr Kontrolle über das fertige Bild.
Wer ohnehin in DaVinci Resolve, Final Cut oder Premiere arbeitet, wird diesen zusätzlichen Spielraum schnell zu schätzen wissen. Das GP-Log2 hat sich im Vergleich zur ersten Version extrem verbessert und macht im Edit richtig Spaß.
Wo viel Qualität entsteht, entstehen zwangsläufig auch große Dateien. Ich filme grundsätzlich mit hoher Bitrate. Nach einer normalen Fototour landen dadurch schnell 30 bis 50 Gigabyte Videomaterial auf der Speicherkarte.
Das sollte jedem Käufer bewusst sein. Nicht nur schnelle Speicherkarten sind Pflicht, sondern auch ein Rechner, der diese Datenmengen später flüssig verarbeiten kann.
Auch die neuen Enduro-2-Akkus haben mich positiv überrascht. Eine ein- bis zweistündige Fototour schaffe ich problemlos mit einem Akku, obwohl ich überwiegend in 8K und GP-Log2 filme.
Natürlich steigt der Energieverbrauch mit höheren Auflösungen und Bildraten deutlich an. Mit drei Akkus fühle ich mich jedoch auch auf längeren Tagestouren völlig entspannt.
Viele Tests konzentrieren sich stark auf die Lowlight-Qualität. Für meinen persönlichen Einsatzzweck spielt sie allerdings nur eine untergeordnete Rolle.
Ich filme überwiegend morgens oder tagsüber in der Natur.
Sollte ich doch einmal bei wenig Licht unterwegs sein, verzichte ich bewusst auf automatische Lowlight-Modi und arbeite weiterhin im GP-Log2-Profil. Meine maximale ISO liegt bei 1600. Damit lassen sich die Aufnahmen später sehr gut bearbeiten.
Immer wieder werde ich gefragt, warum ich keine DJI Pocket oder eine Insta360 Luna verwende. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Wenn ich mit meiner Sony und einem 200–600 Teleobjektiv unterwegs bin, möchte ich mich auf die Tour und die Erlebnisse konzentrieren und nicht auf eine empfindliche Kamera mit Gimbal.
Meine GoPro hängt meistens am Brustgurt. Ich lege sie auf den Waldboden. Sie liegt im Gras. Sie wird auch einmal nass. Wenn ich irgendwo hängen bleibe oder sie umkippt, interessiert mich das ehrlich gesagt kaum. Genau dafür wurde eine Actioncam gebaut.
Und genau deshalb begleitet sie mich auf nahezu jeder Tour.
Perfekt ist die Mission 1 Pro natürlich nicht. Der größte Kritikpunkt ist für mich die Naheinstellgrenze von etwa 60 Zentimetern.
Das ist konstruktionsbedingt eine Folge des deutlich größeren 1-Zoll-Sensors und sorgt dafür, dass Nahaufnahmen sichtbar unscharf werden können. Dieses Verhalten wird auch von anderen Nutzern und Testern beschrieben. Auch hat man durch recht offene Blende immer auch mal Probleme mit der Schärfe über die gesamte Bildtiefe.
Aber nochmal zur Naheinstellgrenze, ich wollte die Kamera beispielsweise direkt an unserem Vogelbad montieren und per App fernsteuern. Der notwendige Abstand ließ sich dort aber nicht ohne eine weitere Bastelei realisieren.
Für klassische Vlogger oder Makroaufnahmen kann das durchaus ein Nachteil sein.
Für meine Landschafts- und Naturaufnahmen spielt dieser Punkt dagegen kaum eine Rolle.
Ich nutze GoPro mittlerweile seit über elf Jahren. Natürlich habe ich zwischendurch auch Kameras anderer Hersteller ausprobiert. DJI baut hervorragende Kameras, Insta360 ebenfalls. Gerade beim Thema Marketing und Social Media sind beide Unternehmen aktuell deutlich präsenter als GoPro.
Trotzdem lande ich am Ende immer wieder bei GoPro. Vielleicht liegt es am Bildlook. Vielleicht an der Bedienung. Vielleicht auch einfach daran, dass ich mich über viele Jahre an dieses System gewöhnt habe.
Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem.
Die GoPro Mission 1 Pro ist für mich weit mehr als nur die nächste Generation einer Actioncam. Sie fühlt sich wie ein echter Neustart an.
Der größere Sensor, GP-Log2, 8K60, die hohe Bildqualität und der insgesamt deutlich professionellere Ansatz machen sie für mich zur interessantesten GoPro seit vielen Jahren. Auch zahlreiche Testberichte sehen in der Mission-Serie einen grundlegenden Strategiewechsel von der klassischen Actioncam hin zu einer kompakten Kamera für anspruchsvollere Videoproduktionen.
Natürlich gibt es Einschränkungen. Die Naheinstellgrenze ist gewöhnungsbedürftig. Die Datenmengen sind enorm. Und wer ausschließlich in Full HD filmt oder seine Videos nie bearbeitet, wird viele der neuen Möglichkeiten vermutlich gar nicht ausreizen.
Wer jedoch bereit ist, sich mit GP-Log2, Farbkorrektur und einem professionelleren Workflow zu beschäftigen, bekommt aus meiner Sicht derzeit eine der spannendsten Kameras ihrer Klasse.
Ich jedenfalls habe den Wechsel keine Sekunde bereut und freue mich schon jetzt auf viele weitere Touren mit der Mission 1 Pro.
actioncam aida aidamar Anhalt ausleuchtung Bitterfeld chatgpt Chatgpt und photoshop DJI Mic 3 DJI Neo 2 DJI RS 4 Mini ersteindruck filmen Fotobuch Fotobuch Professional Line Fotoprodukte fotospot Geschichte GoPro 13 GoPro Max 2 gopro mission 1 pro hamburg hobbyfotografie Kase 85mm F1.4 ki kreuzfahrt leidenschaft location Makrofotografie Mulde Muldewiese Natur erleben norwegen open ai ostsee Review Saal Digital Sachsen-Anhalt schweden smallrig Sony FE 16mm F1.8 G Sony FE 100mm Macro F2.8 GM Sony ZV-E1 wandern zv-e1